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Corporate Responsibility Bericht 2015

Vorwort des Vorstandsvorsitzenden

„Der Mensch steht immer im Mittelpunkt“

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender, Bonn, Deutschland
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender, Bonn, Deutschland

Sie laden mit dieser Publikation ausdrücklich zum Dialog über die gesellschaftliche Verantwortung der Telekom ein. Warum eigentlich?

Der Austausch mit anderen gehört zur menschlichen Natur; und er steht im Mittelpunkt unseres Kerngeschäfts, der digitalen Kommunikation. Die Digitalisierung wird unsere Gesellschaft verändern. Hierüber sollten wir reden, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für Arbeit, Leben und Umwelt. Mit dieser Veröffentlichung geben wir den Anstoß für dieses Gespräch.

Machine-to-Machine-Kommunikation, M2M, bietet Unternehmen Wachstumsperspektiven. Wie wirkt sich dies aber auf Mensch und Umwelt aus?

M2M eröffnet Unternehmen ein enormes Optimierungspotenzial und trägt gleichzeitig zum schonenden Umgang mit Ressourcen bei. Arbeitsabläufe werden durch M2M effizienter, menschen- und umweltfreundlicher. Beispielsweise helfen wir damit der Hamburger Hafenwirtschaft vom Spediteur über den Kaibetrieb bis zum Trucker, ihre Fracht schneller, direkter und CO2-ärmer ans Ziel zu bringen.

Was muss geschehen, damit Europas Industrie technologisch führend bleibt?

Zentrale Baustellen sind die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit der Netze. In Deutschland haben wir 2015 bei den schnellen Breitbandanschlüssen zweistellig zugelegt. Wir setzen dabei auf Konnektivität plus Verantwortung: Das heißt, mehr Daten dürfen nicht mehr Energie und CO2 bedeuten. Deshalb legen wir so viel Wert auf energieeffiziente Netze und Rechenzentren.

Mehr Datenverkehr bedeutet auch mehr Sicherheitsrisiken. Was unternehmen Sie, damit die persönlichen Daten der Menschen sicher sind?

Die Telekom steht weltweit für Datenschutz auf höchstem Niveau. Wir bieten unseren Kunden besonders sichere Rechenzentren, setzen uns für eine umfassende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein und sorgen dafür, dass Daten auf dem kürzesten Weg vom Absender zum Empfänger geschickt und so Umwege durch andere Rechtsräume vermieden werden.

Was bedeutet die Digitalisierung unserer Gesellschaft für die Arbeitsplätze und die sozialen Sicherungssysteme?

Zunächst viel Gutes. Es entstehen neue Berufe, viele sind erfüllender und körperlich weniger anstrengend, weil durch die Digitalisierung neue Freiräume entstehen. So können viele berufliche Tätigkeiten an jedem Ort der Erde ausgeführt werden Aber mittel- bis längerfristig kann es sein, dass immer intelligentere Maschinen und Roboter mehr Jobs übernehmen als gleichzeitig neu entstehen. Außerdem wird der Faktor menschliche Arbeit bei der Produktivität eine noch geringere Rolle spielen als heute schon. Sollte es so kommen, müssen wir auch über unsere Sozialsysteme nachdenken. Dabei dürfen wir Instrumente, die uns heute unbrauchbar erscheinen, nicht automatisch auch für morgen ausschließen, zum Beispiel ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Sie treiben die Digitalisierung entschlossen weiter voran. Welches sind Ihre Schwerpunkte?

2015 haben wir mehr als vier Milliarden Euro investiert, zum Beispiel in schnelle Glasfaser img und moderne Übertragungstechnologie. Das Festnetz stellen wir konsequent auf IP-Technologie um mit dem Ziel, bis 2020 ein paneuropäisches Netz aufzubauen. Im Mobilfunk haben wir LTE img (4G) europaweit zum Durchbruch verholfen und gehören weltweit zu den maßgeblichen Gestaltern des kommenden Kommunikationsstandards 5G.

Nicht alle sind von der digitalen Revolution begeistert. Wie geht die Telekom mit den Sorgen der Menschen um?

Die Digitalisierung berührt alle Bereiche unseres Lebens bis hin zur Fragestellung, inwieweit Maschinen die Aufgaben von Menschen übernehmen werden. Da ist es normal, dass Ängste auftreten. Viele Befürchtungen können wir jedoch abbauen, indem wir sachlich informieren und zeigen, dass auch bei intelligenten Maschinen stets der Mensch im Mittelpunkt steht.  

Was heißt gesellschaftliche Verantwortung in Bezug auf die Digitalisierung für Sie persönlich?

Für mich geht es bei der Digitalisierung immer auch um die Folgenabschätzung. Wir müssen Antworten finden für die Chancen und für die Risiken. Letztlich muss die Entwicklung – auch in unserem eigenen wirtschaftlichen Interesse – für die Gesellschaft einen guten Verlauf nehmen. Digitale Verantwortung können wir jedoch nur gemeinsam im gesellschaftlichen Kontext erarbeiten. Aber wir übernehmen nicht nur Verantwortung für die Digitalisierung. Wir engagieren uns auch für Menschen- und Arbeitnehmerrechte in der Lieferkette, für Umwelt- und Klimaschutz und verpflichten uns zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. In diesem Zusammenhang möchte ich unser Bekenntnis zu den Prinzipien des Global Compact img der Vereinten Nationen und zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex noch einmal ausdrücklich bekräftigen.

Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...