• Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
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Corporate Responsibility Bericht 2015

Risiko- und Chancenmanagement

Zu einem umfassenden Risiko- und Chancenmanagement gehört für uns auch, Chancen und Risiken zu berücksichtigen, die aus ökologischen oder sozialen Aspekten resultieren beziehungsweise aus der Führung unseres Unternehmens. Dazu binden wir alle relevanten Stakeholder img aktiv und systematisch in den Prozess der Ermittlung aktueller und potenzieller Risiken und Chancen ein. Zudem engagieren wir uns in verschiedenen Arbeitsgruppen und Gremien. Das kontinuierliche Monitoring von ökologischen, sozialen und von Governance-Themen geht einher mit der systematischen Ermittlung der Positionen unserer Stakeholder zu diesen Themen. Wichtige Tools dabei sind: unsere ganzjährige offene Online-Befragung für alle Stakeholder, unser zweimonatlicher NGO-Report, der die Presseveröffentlichungen der für uns relevanten NGOs systematisch auswertet, unsere Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Gremien zahlreicher nationaler und internationaler Unternehmens- und Sozialverbände, von uns organisierte Stakeholder-Dialogformate, sowie unsere verschiedenen Publikationen. Folgende Themen haben wir als die wesentlichen unseres Nachhaltigkeitsmanagements identifiziert.

Der Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen birgt für unsere Reputation sowohl Risiken als auch Chancen. Eine hohe Service-Qualität ist einer der wichtigsten Faktoren für eine bessere Kundenwahrnehmung. Um dies zu unterstreichen, ist die Kundenzufriedenheit in unserer Konzernsteuerung als nicht-finanzieller Leistungsindikator verankert. Transparenz und Reporting tragen dazu bei, das Vertrauen anderer externer Stakeholder img in unseren Konzern zu fördern. Diesem Zweck dienen auch unsere Geschäfts- und CR-Berichte. Dagegen können Themen wie Geschäftspraktiken, Datenschutz oder Arbeitsstandards in der Lieferkette auch Reputationsrisiken beinhalten: Finden sich unsere Marken, Produkte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen Themen in einer negativen medialen Berichterstattung, kann das unserer Reputation großen Schaden zufügen. In unserem Nachhaltigkeitsmanagement überprüfen wir kontinuierlich solche möglichen Risiken und leiten gegebenenfalls Maßnahmen ein, um diese zu minimieren.

Zurzeit sehen wir für das Erreichen unserer Klimaschutzziele für unseren Betrachtungszeitraum keine akuten Risiken. Den Klimaschutz verstehen wir in erster Linie als Chance: ICT-Produkte und -Dienstleistungen haben das Potenzial, in anderen Branchen fast zehn Mal so viel CO2-Emissionen einzusparen, wie die ICT-Branche selbst verursacht (SMARTer2030-Studie). So besteht die Möglichkeit, 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen bis 2030 zu reduzieren und bei gleichzeitigem wirtschaftlichen Wachstum die Emissionen weltweit auf dem Niveau des Jahres 2015 zu halten. Damit verbunden ist ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 6,5 Billionen US-Dollar, davon allein 2,0 Billionen US-Dollar für die ICT-Industrie. Ferner kann die ICT-Branche insgesamt 4,9 Billionen US-Dollar an Kosten einsparen. Konkret bedeutet dies zum Beispiel für Deutschland, dass basierend auf dem Jahr 2012 das Einsparpotenzial, zum Beispiel durch Breitband in Deutschland, bis 2020 über 19 Millionen Tonnen CO2 beträgt. Zudem können geschätzt 162 000 neue Arbeitsplätze durch die ökonomischen Impulse des Breitbandausbaus geschaffen werden. Zusätzliche Chancen ergeben sich zum Beispiel aus veränderten Kundenerwartungen, politischen Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende sowie aus dem wachsenden Interesse nachhaltiger Investoren (SRI img) am Thema erneuerbare Energien. Klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen ermöglichen uns, neue Kundengruppen zu erschließen.

Mehr Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette sehen wir als Chance. Dies dient unserer Reputation und unserem wirtschaftlichen Erfolg. So unterstützen wir strategische Lieferanten mit einem Entwicklungsprogramm dabei, Geschäftspraktiken einzuführen, die sozial und ökologisch verträglich sowie wirtschaftlich effizient sind. Das Programm zeigt auch im zweiten Jahr messbare Erfolge; 2016 werden wir es ausweiten. Bessere Arbeitsbedingungen bei unseren Lieferanten senken zum Beispiel die Zahl der arbeitsbedingten Unfälle und die Fluktuationsrate. Dies steigert die Produktivität – bei gleichzeitig niedrigeren Kosten für Rekrutierung und Training. Wir stärken also nicht nur die CR-Performance bei unseren Lieferanten, sondern reduzieren auch identifizierte Risiken deutlich. Im Rahmen unserer globalen Beschaffungstätigkeiten können wir länder- und lieferantenspezifischen Risiken ausgesetzt sein. Dazu zählen zum Beispiel der Einsatz von Kinderarbeit, die bewusste Inkaufnahme von Umweltschäden oder mangelhafte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen vor Ort. Für uns können sich Reputationsrisiken, aber auch Lieferrisiken aus der Berichterstattung von NGOs oder Medien ergeben. Wir überprüfen unsere Lieferanten systematisch und verringern so diese Risiken. Im renommierten Nachhaltigkeitsrating von RobecoSAM img wurde unser Lieferantenmanagement im Berichtsjahr mit 93 von 100 Punkten genauso positiv bewertet wie im Vorjahr. Unsere Kooperationen mit Lieferanten, die internationale Nachhaltigkeitsstandards einhalten, sichern eine hohe Produktqualität sowie eine zuverlässige Beschaffung.

Der Mobilfunk beziehungsweise die elektromagnetischen Felder, die der Mobilfunk nutzt, lösen immer wieder Bedenken in der Bevölkerung über mögliche Gesundheitsrisiken aus. Dazu gibt es eine intensive öffentliche, politische und wissenschaftliche Diskussion. Die Akzeptanzprobleme in der Öffentlichkeit betreffen dabei sowohl die Mobilfunknetze als auch den Einsatz der mobilen Endgeräte. Im Mobilfunk-Bereich wirkt sich dies unter anderem auf den Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur sowie auf die Nutzung von Mobilfunk-Endgeräten aus. Im Festnetz-Bereich betrifft dies den Absatz von herkömmlichen DECT-Geräten (digitale schnurlose Telefone) sowie von Endgeräten mit WLAN-Technologie. Es besteht das Risiko regulatorischer Eingriffe, wie etwa die Senkung der EMF-Grenzwerte oder die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen für den Mobilfunk, zum Beispiel durch Veränderungen im Baurecht oder Kennzeichnungspflichten für Endgeräte.

Basierend auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand haben anerkannte Gremien wie die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale Strahlenschutzkommission (ICNIRP img) in den vergangenen Jahren wiederholt die geltenden Grenzwerte für den Mobilfunk überprüft und die – bei Einhaltung dieser Werte – sichere Nutzung der Mobilfunk-Technik bestätigt. ICNIRP überprüft regelmäßig die Empfehlungen zu den Grenzwerten auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Wir sind davon überzeugt, dass die sichere Anwendung der Mobilfunk-Technik durch die Einhaltung der geltenden Grenzwerte sichergestellt wird. Dabei stützen wir uns auf die Bewertung der anerkannten Gremien. Basis unseres verantwortungsvollen Umgangs mit diesem Thema ist unsere EMF-Policy: In dieser verpflichten wir uns – weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – zu mehr Transparenz, Information, Partizipation und finanzieller Unterstützung der unabhängigen Mobilfunk-Forschung. Wir arbeiten daran, Unsicherheiten in der Bevölkerung durch eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und transparente Informationspolitik abzubauen. So fühlen wir uns auch weiterhin verpflichtet, den vertrauensvollen und erfolgreichen Austausch mit Kommunen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus zu pflegen. Dies gilt auch, nachdem die langjährige Zusammenarbeit mit Kommunen im Hinblick auf den Ausbau des Mobilfunknetzes 2013 gesetzlich verankert wurde; davor erfolgte die Zusammenarbeit auf Basis von freiwilligen Selbstverpflichtungen der Netzbetreiber.

Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...