• Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2015
Corporate Responsibility Bericht 2015

Strategie zur Nachhaltigkeit im Einkauf

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Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Medien decken immer wieder Verstöße gegen Menschen- und Arbeitnehmerrechte sowie Umweltschutzstandards in der Lieferkette für Telefone, Laptops oder andere ICT-Produkte auf. Als einer der weltweit größten Telekommunikationsdienstleister mit mehr als 30 000 Lieferanten aus über 80 Ländern nehmen wir diese Problematik sehr ernst. Wir nutzen effektive Managementinstrumente, um bei Zulieferern und Herstellern menschenwürdige Arbeitsverhältnisse und einen wirksamen Umweltschutz durchzusetzen.

Ziele

  • Nachhaltige Einkaufsstrategie umsetzen

Maßnahmen

  • Normen, Standards, Richtlinien
  • Konzernweite Umsetzung durch Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“
  • Mitarbeiterschulungen
  • Stakeholder-Einbeziehung
  • Etablierter Eskalationsprozess in gravierenden Fällen

Kontrolle

  • ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“
  • Nachhaltigkeitsrankings
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Die Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Wertschöpfungskette kontinuierlich nachhaltiger zu gestalten. Mit unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie haben wir dafür die Voraussetzung geschaffen: Wir befolgen konzernweit Grundsätze einer sozial- und umweltverträglichen Beschaffung und steuern unsere Prozesse mithilfe interner und externer Leistungskennzahlen und Managementinstrumente.

Grundlegende Normen und Standards
Die Telekom hat sich mit ihren Leitlinien und Selbstverpflichtungen soziale und ökologische Mindeststandards für ihr Unternehmenshandeln auferlegt. Auch von unseren Lieferanten fordern wir, diese einzuhalten. Hierfür verwenden wir als integrativen Bestandteil von Lieferantenverträgen unsere CR- und Antikorruptionsklausel, die auf den wesentlichen Grundsätzen folgender Konzernrichtlinien basiert:

Mit der Sozialcharta bekennen wir uns zu den Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO img) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD img) sowie zu der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und zum Global Compact img der Vereinten Nationen. 

Verankerung im Unternehmen
Die Strategie zur Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf ist aus der CR-Strategie abgeleitet und konzernweit fest in unseren Einkaufsprozessen verankert. Die Arbeitsgruppe „Nachhaltiger Einkauf“  (Sustainable Procurement Working Group, SPWG img) sorgt für die konzernweite und damit auch internationale Umsetzung unserer nachhaltigen Einkaufsstrategie. Auch stehen die Mitglieder der SPWG den Mitarbeitern bei allen Nachhaltigkeitsentscheidungen, die im Einkauf anfallen, zur Seite. Die Gesamtverantwortung für das Thema „Umsetzung der Nachhaltigkeit im Einkauf“ tragen die Leiter des CR- und des Einkaufsbereichs gemeinsam. Sie berichten direkt an die Vorstandsbereiche Personal beziehungsweise Finanzen. In gravierenden Fällen sieht unser etablierter Eskalationsprozess img Entscheidungen auf Vorstandsebene vor. Auch für das Joint Venture BuyIn wurden Voraussetzungen für einen nachhaltigen Einkauf geschaffen.

Als Orientierung für unsere Einkäufer haben wir unsere Nachhaltigkeitsprinzipien in der Konzernrichtlinie „Global Procurement Policy“ fixiert. Die dazugehörigen „Procurement Practices“ liefern konkrete Handlungsanweisungen für den Einkauf in Deutschland. Unsere Mitarbeiter schulen wir über ein E-Learning-Tool. Dort können sich unsere Einkäufer unter anderem darüber informieren, wie die Nachhaltigkeitsprinzipien im täglichen Geschäft umzusetzen sind.

Steuerung durch ESG KPI img „Nachhaltiger Einkauf“
Unsere Nachhaltigkeitsleistung im Einkauf messen und steuern wir mit dem ESG Key Performance Indikator (ESG KPI) „Nachhaltiger Einkauf”. Dieser stellt das Einkaufsvolumen von Lieferanten, die im Rahmen von Selbstauskünften, E-TASC img oder Social Audits img auf soziale und ökologische Kriterien geprüft wurden, in Beziehung zu unserem gesamten Einkaufsvolumen. Wir haben das Ziel, bis 2015 75 Prozent abzudecken, erreicht und sogar übererfüllt. Tatsächlich haben wir den KPI img auf 78 Prozent steigern können. Bis 2020 streben wir an, diesen Wert auf 80 Prozent zu erhöhen.

Bewertung des Lieferantenmanagements in Nachhaltigkeitsrankings
Jedes Jahr bewerten führende Ratingagenturen die Nachhaltigkeitsleistung von Großunternehmen. Im RobecoSAM img Corporate Sustainability Assessment 2015 erreichte die Deutsche Telekom in der Kategorie Lieferantenmanagement wie im Vorjahr 93 von 100 Punkten und gehört damit zu den Branchenführern. 

Unsere gute Performance im Thema "Nachhaltiges Lieferantenmanagement" bestätigen gleich zwei Auszeichnungen im Jahr 2015: der Deutsche CSR-Preis in der Kategorie „CSR in der Lieferkette“ und die German Awards for Excellence in der Kategorie "Responsible Sourcing".

Unter dem Motto „Nachhaltigkeit ermöglichen – Visionen verwirklichen“ hat die Telekom am 2. und 3. November 2015 zum achten Mal zum CR Stakeholder img Forum eingeladen. Neben dem Thema nachhaltige Produkte lag am zweiten Tag ein weiterer Schwerpunkt auf dem Thema „Nachhaltiges Lieferantenmanagement“.

Mit seiner Eröffnungsrede begeisterte Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a.D., die 120 externen und internen Zuhörer. Er beschrieb Nachhaltigkeit als äußerst komplex – sie bleibe ein fortschreitender Prozess. Es gelte, bereits heute Lösungen zu finden, damit wir auch im Jahr 2050 mit einer Weltbevölkerung von vermutlichMilliarden friedlich miteinander auskommen könnten. Dabei äußerte er seine Forderung, ICT-Lösungen für die anstehenden Herausforderungen zu entwickeln.

Die anschließende Podiumsdiskussion, an der auch Prof. Dr. Klaus Töpfer teilnahm, ermöglichte wichtige Einblicke in zentrale CR-Themen – auch über die Telekom hinaus. Axel Bachmann, Geschäftsleiter Nachhaltigkeit bei Coca-Cola, berichtete über die CR-Aktivitäten des Getränkeherstellers. Luis Neves, Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, gab einen Einblick in die Arbeit der Global e-Sustainability Initiative img (GeSI img), deren Vorsitzender er ebenfalls ist. Tessa Wernink, Mitgründerin und Kommunikationsleiterin bei Fairphone, stellte deren nachhaltiges Smartphone vor. Während der Diskussion gab es mehrere Abstimmungen, an denen die Gäste über eine App img teilnehmen konnten: Alle Teilnehmer fanden Transparenz über die Lieferkette wichtig. Die Runde auf dem Podium war sich einig, dass es bei über 30 000 Lieferanten jedoch unmöglich sei, die komplette Lieferkette zu kontrollieren. Umso entscheidender sei es, die Risiken zu kennen und damit umzugehen. Eine transparente Lieferkette könne letztlich auch ein Wettbewerbsvorteil sein, weil sie Innovationen und neue Geschäftsmodelle fördern könne. Interessant jedoch: Beim Voting gaben 45 Prozent der Gäste an, beim Kauf eines Handys selbst nicht auf nachhaltige Aspekte zu achten.

Das Thema Transparenz als Grundvoraussetzung für mehr Nachhaltigkeit wurde in anschließenden Workshops vertieft. Die Teilnehmer schlugen darin zum Beispiel vor, die Erfüllung von Compliance-Standards bei Lieferanten noch stärker zu belohnen. Außerdem befürworteten sie eine engere Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Kunden, um Vertrauen zu schaffen und bei möglichen Herausforderungen gemeinsame Lösungen zu finden.

Über den zweiten Schwerpunkt der Veranstaltung, nachhaltige Produkte und Dienste, berichten wir im Kapitel Kunden & Produkte.

„Verantwortung leben“ ist Teil unserer Unternehmenskultur. Wir verankern diesen Grundgedanken mit verschiedenen Maßnahmen in unserem Unternehmen; dazu gehören auch Weiterbildungen. 2015 war das Thema „Nachhaltigkeit im Geschäftsalltag“ Bestandteil von Schulungen für Einkäufer. Etwa 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Deutschland und verschiedenen Landesgesellschaften nahmen an viertägigen Trainings teil, in denen unter anderem Prozesse und Instrumente für Nachhaltigkeit im Einkauf vermittelt wurden. Ergänzend haben im Jahr 2015 287 Mitarbeiter an unserem E-Learning-ToolNachhaltigkeit im Einkauf“ teilgenommen.

Am 12. Juni 2015 wurde im Rahmen des 16. Roundtable-Gesprächs zum Thema Nachhaltigkeit in Budapest zum achten Mal der DELFIN Award verliehen. DELFIN ist die ungarische Abkürzung für „Auszeichnung für eine engagierte, nachhaltige und innovative Generation“. Diese Auszeichnung geht an Unternehmen, die im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung überragendes Engagement in vier Kategorien gezeigt haben:

  • Förderung von Chancengleichheit und Gleichstellung innerhalb und außerhalb des Unternehmens
  • Innovation für Nachhaltigkeit
  • Informationsvermittlung und Bewusstseinsbildung zum Thema Nachhaltigkeit
  • Investitionen und Entwicklungsinitiativen für den Klimaschutz

In diesem Jahr würdigte die Expertenjury die Leistung von Organisationen und Unternehmen auf den Gebieten Abfallmanagement, erneuerbare Energien, umweltfreundlicher Verkehr und Chancengleichheit.

Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...