• Verantwortung leben. Nachhaltigkeit ermöglichen.
  • Corporate Responsibility Bericht 2015
Corporate Responsibility Bericht 2015

Lieferantenmanagement

Inhalt durch PwC geprüfticon_check

Die Telekom pflegt Geschäftsbeziehungen zu über 30 000 Lieferanten in mehr als 80 Ländern. Dabei setzen wir einerseits auf Vertrauen und Dialog, andererseits auf Kontrolle und leisten konkrete Unterstützung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards. Verschiedene Instrumente, Methoden und Maßnahmen helfen uns, die Nachhaltigkeitsleistung in unserer Lieferkette zu verbessern. Grundsätzlich versuchen wir, die Ursache der Probleme zu erkennen und in engem Austausch mit unseren Lieferanten zu lösen.

Ziele

  • Anteil der Lieferanten erhöhen, die nach Nachhaltigkeitskriterien geprüft wurden

Maßnahmen

  • 10-Prozent-Gewichtung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Ausschreibungen
  • Lieferantenbefragungen und Selbstauskünfte
  • Lieferantenbewertung und -entwicklung
  • Eskalationsprozess bei Verstößen

Kontrolle

  • Ergebnisse von Online-Befragungen
  • Social Audits
  • ESG KPI „Nachhaltiger Einkauf“
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Je nach Entwicklungsstand einer Lieferantenbeziehung verwenden wir verschiedene Instrumente, um unsere Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Bei Ausschreibungen wird seit 2014 das Thema Nachhaltigkeit mit 10 Prozent gewichtet. Damit schaffen wir bei Ausschreibungen einen wirksamen Anreiz für Lieferanten, nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Darüber hinaus verwenden wir einen vierstufigen Ansatz, um Risiken zu minimieren und Lieferanten weiterzuentwickeln. Das Trichter-Schaubild zeigt diesen Prozess: Bei allen potenziellen Lieferanten mit einem Bestellvolumen von mehr als 100 000 Euro pro Jahr fragen wir über unser Lieferantenmanagementsystem zunächst 16 nachhaltigkeitsrelevante Aspekte ab (Stufe 1). Diese beziehen sich auf Menschenrechte, Korruption sowie Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Risikenminimierung und Lieferantenmanagement

Strategisch relevante oder risikoreiche Lieferanten rufen wir in der weiteren Geschäftsbeziehung dazu auf, ausführlichere Selbstauskünfte über das Informationssystem E-TASC img (Electronics-Tool for Accountable Supply Chains powered by EcoVadis) zu geben. Experten werten diese anhand weiterer Hintergrundinformationen und gezielter Recherchen aus. Bei einigen Zulieferern mit erhöhtem CR-Risiko gehen wir noch einen Schritt weiter und führen Lieferantenprüfungen (Social Audits) vor Ort durch (Stufe 2). Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf direkte Lieferanten der Telekom, sondern – soweit möglich – auch auf Zulieferer in der nachgelagerten Lieferkette.

Die Effektivität der Audits img steigern wir außerdem, indem wir mit inzwischen neun anderen Unternehmen in der Joint Audit Cooperation (JAC) zusammenarbeiten. Durch die steigende Zahl der JAC-Mitglieder können wir bei gemeinsamen Lieferanten eine höhere Zahl an Audits realisieren.

Auf Basis dieser Auskünfte und Auditergebnisse klassifizieren und bewerten wir Lieferanten – im Wesentlichen solche, die mehrere Warengruppen anbieten – nach CR-Kriterien (Stufe 3). Dies erfolgt anhand von Lieferanten-Scorecards, die uns eine Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen von Lieferanten sowie Vergleiche mit anderen Zulieferern auf einen Blick ermöglichen. Die Einschätzung erfolgt auch auf Basis von Presseinformationen und Berichten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). In enger Kooperation mit ausgewählten Lieferanten arbeiten wir außerdem an akuten Problemen und verbessern in einem länger angelegten Prozess deren Nachhaltigkeitsleistung. Diesem Zweck dient vor allem unser Entwicklungsprogramm für Lieferanten (Stufe 4). Bei signifikanter Missachtung unserer Anforderungen starten wir einen Eskalationsprozess img, um eine schnelle Lösung gemäß den Nachhaltigkeitsstandards der Deutschen Telekom zu erwirken. Die Ergebnisse der Lieferantenprüfungen und Abhilfemaßnahmen werden zentral erfasst.

Damit unsere Lieferanten unsere hohen Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen können, arbeiten wir partnerschaftlich mit ihnen zusammen, beispielsweise in unserem Entwicklungsprogramm für strategisch wichtige Lieferanten. In diesem Programm entwickeln wir gemeinsam Lösungen für Themen wie Umweltschutz, Arbeitszeitregelungen oder Gesundheitsschutz. Eine klare Win-win-Situation für unsere Lieferanten und uns, denn: Bessere Arbeitsbedingungen wirken sich positiv auf die Bindung und Motivation der Beschäftigten aus, steigern die Produktivität und verbessern die Qualität der Produkte. 2014 als Pilotprojekt mit drei Lieferanten gestartet, haben wir es zu einem umfassenden Entwicklungsprogramm ausgebaut, an dem bereits sieben Unternehmen teilnehmen. 2016 planen wir vier weitere Lieferanten aufzunehmen.

Seit Programmstart konnte einer unserer wichtigen Lieferanten durch Energiesparmaßnahmen bei  sich und nachgelagerten Zulieferern 169 000 Tonnen CO2 vermeiden. Nicht der einzige messbare Erfolg: Ein Teilnehmer konnte seine Produktivität um 34 Prozent steigern, ein anderer die gesundheits- und sicherheitsbedingten Ausfalltage um 48 Prozent senken und ein weiterer Lieferant die Abfallverwertung von 69 auf 85 Prozent erhöhen.

Die Grafik zeigt Themenbereiche, die beim Lieferanten überprüft werden. Auf dieser Basis wird gemeinsam ein Maßnahmenplan vereinbart. Bei dessen Umsetzung unterstützen nicht nur Experten von der Telekom, sondern auch sachkundige externe Berater. Alle Aktivitäten und Ergebnisse werden dokumentiert, um die Effektivität der Maßnahmen zu messen. Bei Bedarf werden anschließend Korrekturen vorgenommen.

Corporate Responsibility Excellence

Wir nutzen verschiedene Instrumente, um die Wirksamkeit unseres Entwicklungsprogramms für Lieferanten zu überprüfen. Im Dezember 2015 haben wir dafür in einem Pilotprojekt erstmals eine Online-Umfrage getestet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Lieferanten aus China wurden gebeten, ihren Arbeitgeber in neun Themenfeldern zu bewerten – darunter Überstunden, Diskriminierung oder Arbeitssicherheit. Die Mitarbeiter erhielten QR-Codes und konnten über ihr Smartphone freiwillig und anonym an der Umfrage teilnehmen. Die Auswertung der Umfrage ergab bei diesem Lieferanten ein niedriges Risiko in Bezug auf Mitarbeiterfluktuation, Kinder- und Jugendarbeit sowie Gesundheitsschutz- und Arbeitssicherheit.

Das Verfahren soll 2016 schrittweise auf alle Lieferanten im Fokus unseres Entwicklungsprogramms ausgeweitet werden. Falls notwendig, werden im Anschluss an die Umfrage weitere Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus wollen wir dieses Verfahren bei Bedarf künftig auch bei weiteren Lieferanten nutzen. So können wir zum Beispiel die Wirksamkeit von Verbesserungsmaßnahmen überprüfen, die nach Social Audits img eingeleitet wurden.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was sollte die Deutsche Telekom Ihrer Meinung nach tun, um ihre Lieferkette noch nachhaltiger zu gestalten?
Welche Nachhaltigkeitsthemen sollte ein ICT-Unternehmen wie die Telekom aus Ihrer Sicht besonders berücksichtigen?
Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...