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Corporate Responsibility Bericht 2015

Geschäftsmodelle durch Innovation

Als moderner Technologiekonzern wollen wir zukünftige Entwicklungen vorwegnehmen und mitprägen. Deshalb entwickeln wir intelligente Lösungen für mehr Effizienz und Komfort bei gleichzeitig geringeren Umweltbelastungen. Unser Fokus liegt dabei unter anderem auf den Wachstumsfeldern Machine2Machine-Kommunikation, E-Health und Smart Home. Neben der Entwicklung innovativer Lösungen investieren wir auch in umfassende Forschungsarbeit – insbesondere in unserer zentralen Forschungseinrichtung, den T-Labs img. 2015 flossen im gesamten Konzern 108,1 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Zusätzlich engagieren wir uns bei der Finanzierung von Lehrstühlen, kooperieren mit Universitäten und unterstützen innovative Geschäftsideen mit unserem Start-up-Inkubator hub:raum.

Maschinen und Produkte werden immer intelligenter: Das Auto kommuniziert mit der Werkstatt, das Smartphone wird zur Geldbörse. Die Technologie, die diese Entwicklungen möglich macht, heißt „Machine2Machine img Communication“, kurz M2M. Bis zum Jahr 2020 soll die Anzahl der M2M-Verbindungen weltweit auf 2,5 Milliarden steigen. Auch für die Telekom ist „Machine2Machine Communication“ ein wichtiges Wachstumsfeld. Dazu gehört auch das Geschäftsfeld „Vernetztes Fahrzeug“, das sich auf intelligente Mobilitätslösungen konzentriert.

Durch eine digitale Vernetzung von Maschinen können wir unseren Kunden vielfältige Vorteile bieten: Die Arbeitsprozesse ihrer verschiedenen Geräte und Fahrzeuge oder auch ganzer Industrieanlagen werden optimal aufeinander abgestimmt. Dies erhöht die industrielle Produktivität, macht Transporte (ziel-)sicherer und hilft, Energie zu sparen sowie Ressourcen zu schonen. Unsere Netze schaffen dafür die Grundlage – denn Mobilfunk-Technik gehört zum wichtigsten Übertragungsweg einer jeden M2M-Verbindung.

Mit unserem Engagement in der Machine2Machine(M2M)-Kommunikation unterstützen wir auch die Initiative „Industrie 4.0“ der deutschen Bundesregierung. Ziel ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland.

M2M-Lösungen für effizientere Mobilität
Große Potenziale bietet die M2M-Kommunikation im Bereich Verkehr. Im Rahmen des Geschäftsbereichs „Connected Car“ entwickeln wir passgenaue Lösungen, um diese zu erschließen:

  • Auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September 2015 stellten wir unter dem Motto „Secure Auto Cloud“ fahrer- und fahrzeugbezogene Echtzeitdienste vor. Unter anderem präsentierte die Deutsche Telekom die AutoApp. Mit der mobilen Anwendung können sich Fahrer positionsbezogene Verkehrsinformationen und situationsspezifische Tipps zu mehr Fahrsicherheit oder sparsamem Fahren anzeigen lassen.
     
  • In Kooperation mit T-Systems hat Daimler eine Telematik-Nachrüstlösung für Mercedes-Fahrzeuge entwickelt. Die Pilotphase wurde 2015 erfolgreich abgeschlossen. Der Marktstart des Mercedes „connect me Adapters“ ist für das Frühjahr 2016 in Europa angedacht. Mit dem Adapter können sich Kunden von überall und zu jeder Zeit mit ihrem Auto verbinden. So lassen sich beispielsweise der Tankfüllstand oder die Position des Fahrzeugs auf dem Smartphone anzeigen.
     
  • Der Fahrradhersteller BULLS, der E-Bike-Systemhersteller Brose und die Telekom präsentierten 2015 ein gemeinsam entwickeltes, vernetztes Elektrofahrrad. Der Besitzer kann sein Rad jederzeit über sein Smartphone lokalisieren. Zudem erkennt ein Bewegungssensor besonders schnelles Abbremsen und extreme Schräglagen, die auf einen Sturz hindeuten. Pausiert der Fahrer ungewöhnlich lange und reagiert auch nicht auf eine Nachricht im Display, schickt das Rad eine SMS mit Ortungsdaten an eine im Vorfeld bestimmte Person. Bei Unfällen hilft das, den Radfahrer schneller zu finden und zu versorgen. BULLS plant den Marktstart des Rads als Sondermodell für 2017.

Der Hafen der Zukunft
Im Berichtszeitraum haben wir außerdem das Pilotprojekt „smartPORT logistics (SPL)“ für den Hamburger Hafen fortgesetzt und zunehmend in den kommerziellen Betrieb überführt. Ziel des Projekts ist es, den Verkehrsfluss der Lkw-Transporte im Hamburger Hafen und in seiner Umgebung zu verbessern. Hierzu werden alle relevanten Verkehrs- und Infrastrukturdaten erfasst und in Echtzeit analysiert. Die Ergebnisse dienen dazu, die Verkehrsteilnehmer zum Beispiel über Wartezeiten, alternative Routen oder freie Parkplätze zu informieren.

Für den Umgang mit Daten für das Internet der Dinge beziehungsweise die Industrie 4.0 img haben wir im Jahr 2016 Datenschutz-Leitsätze formuliert. Die sechs Regeln legen unter anderem fest, wie die Telekom mit personenbezogenen Daten umgeht und wie die Betroffenen eingebunden werden.

Durch den Einsatz von ICT img können allein in der Landwirtschaft bis 2030 rundMilliarden Tonnen CO2-Emissionen und jährlich 250 Billionen Liter Wasser eingespart werden. Dies belegt die von der Global e-Sustainability Initiative img (GeSI img) herausgegebene SMARTer2030-Studie. Zur Veranschaulichung: Die Mengen entsprechen etwa dem 2,2-fachen CO2-Fußabdruck Deutschlands und dem Wasserbedarf von rund 180 Millionen Menschen. Möglich wird ihre Einsparung unter anderem durch eine zeitnahe digitale Steuerung landwirtschaftlicher Prozesse. Sogenannte Echtzeitlösungen halten bereits heute Einzug in die Landwirtschaft. Dabei senden Landmaschinen ihre Daten über Satelliten in die Cloud. Diese werden unmittelbar ausgewertet; wichtige Informationen gehen zum Beispiel per SMS direkt an den Landwirt. So kann dieser den Einsatz von Düngemittel, Saatgut oder Maschinen optimieren, Zeit sparen, Kosten senken und Ressourcen schonen.

Die Telekom treibt die Digitalisierung in der Landwirtschaft intensiv voran. Unser Ziel ist es vor allem, Landwirte mithilfe von smarten Technologien dabei zu unterstützen, nachhaltiger zu wirtschaften und die vielfältigen Herausforderungen ihrer täglichen Arbeit erfolgreich zu bestehen. In zahlreichen Pilotprojekten entwickeln wir hierfür Lösungen wie die folgenden:

  • 2015 präsentierten wir auf der Fachmesse Agritechnica eine Lösung, die Landwirten hilft, beim Bewirtschaften ihrer Felder Saatgut und Düngemittel effizient zu dosieren und den Spritverbrauch zu optimieren. Über das Mobilfunknetz werden präzise Positionsdaten direkt in das Lenksystem von Landmaschinen eingesteuert: So werden unnötige Mehrfachüberfahrten beim Säen, Düngen und Ernten vermieden. Die neue Technologie ist kostengünstig nachrüstbar, ohne dass die Bauern eine eigene Basisstation aufstellen müssen. 
  • Mit unserem Partner MobilZeit entwickelten wir ein Zeiterfassungssystem speziell für Landwirte. Die Lösung ersetzt den klassischen Stundenzettel aus Papier. Das System beinhaltet Display und Tastatur sowie eine Auswertungssoftware. Die Mitarbeiter des Bauernhofs erhalten einen münzgroßen Chip, den sie zu Beginn und am Ende der Arbeitszeit vor das Lesegerät halten. Dank integriertem RFID (Radio Frequency Identification)-Transponder kann der Chip berührungslos ausgelesen und die Arbeitszeit automatisch erfasst werden. Die Daten werden über das Mobilfunknetz der Telekom an einen zentralen Rechner übertragen und dem Landwirt über die Auswertungssoftware bereitgestellt. Das System hilft ihm, seiner Dokumentationspflicht in Zusammenhang mit dem Mindestlohn nachzukommen, und vereinfacht betriebswirtschaftliche Prozesse. Beispielsweise wird die geleistete Arbeitszeit unmittelbar einer bestimmten Kostenstelle zugeordnet. In Relation zur Erntemenge lassen sich so Lohnkostenanteil und Gewinn berechnen.

Unter dem Motto „Nachhaltigkeit ermöglichen – Visionen verwirklichen“ hat die Telekom am 2. und 3. November 2015 zum achten Mal ihr CR Stakeholder img Forum veranstaltet. Am ersten Tag waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telekom – vor allem Führungskräfte – eingeladen, sich intensiv mit nachhaltigen Produkten und Diensten auseinanderzusetzen. Am zweiten Tag diskutierten unsere Beschäftigten zusammen mit Lieferanten, NGOs und weiteren Stakeholdern. Im Mittelpunkt der Vorträge, Diskussionen und Workshops standen die Fragen: Wie können moderne Informations- und Kommunikationstechnologien wie Computer, Internet, E-Mail und Mobiltelefone dabei helfen, globale Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen? Und: Wie können wir unsere Lieferkette in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten noch nachhaltiger und transparenter gestalten und gleichzeitig wirtschaftliches Wachstum fördern? Die circa 120 Teilnehmer sprachen dabei klare Handlungsempfehlungen an uns aus – zum Beispiel eine stärkere Einbeziehung von Konsumenten oder eine noch intensivere branchenübergreifende Zusammenarbeit.

Interne Sensibilisierung und Austausch
Ziel des ersten Tages war es, aufzuzeigen, dass jeder Geschäftsbereich der Telekom einen nachhaltigen Betrag für unsere Kunden und die Gesellschaft leistet. Mitarbeiter der Telekom stellten Produkte und Lösungen vor, die beispielsweise helfen, Energieverbrauch und CO2 zu senken: Cloud-Dienste, Connected Car und e-Mobility oder Dynamic Workplace. In anschließenden Roundtables diskutierten die Teilnehmer über diese und weitere Nachhaltigkeitsvorteile unseres bestehenden Portfolios und darüber, wie man deren positiven Effekte ausweiten kann.

Chancen und Herausforderungen aus Stakeholder-Perspektive
Am zweiten Tag wurde gemeinsam mit externen Stakeholdern unter anderem das Thema Cloud-Dienste in einem Workshop weiter vertieft. Im Vordergrund stand dabei Dynamic Workplace: Das Telekom-Angebot für Geschäftskunden ermöglicht es, standortunabhängig zu arbeiten. Mitarbeiter sparen sich somit zum Beispiel die Anfahrt zum Arbeitsplatz und reduzieren CO2-Emissionen. Die größte Herausforderung bei Cloud-Diensten sahen die Teilnehmer in der Aufgabe, die Daten vor dem Zugriff Dritter zu schützen (Informationen zum Thema Datenschutz veröffentlichen wir hier).

Im zweiten Workshop diskutierten die Teilnehmer über intelligente Mobilitätslösungen wie vernetzte Fahrzeuge. Dass der jährliche CO2-Ausstoß pro Fahrzeug allein durch den Einsatz von Connected Car um 15,9 Prozent reduziert werden kann, zeigte bereits eine Analyse, die wir mit externen Experten durchgeführt haben. Auch in diesem Workshop wiesen die Teilnehmer auf die Bedeutung von Datenschutz und Datensicherheit hin. Zudem sahen sie in einem großflächigen Ausbau der Infrastruktur die wesentliche Basis, um die Vorteile nutzen zu können.

In Städten entsteht ein Großteil der weltweiten CO2-Emissionen. Gleichzeitig können sie auch Treiber und Ausgangspunkt einer nachhaltigen Entwicklung sein. Die Deutsche Telekom will mit innovativen Lösungen die Transformation von Städten in intelligente urbane Räume mitgestalten. Ein gutes Beispiel sind intelligente Straßenbeleuchtungen, die Beleuchtungszeiten mithilfe von Sensoren steuern und dadurch Energie sparen.

In Dubrovnik hat Hrvatski Telekom im Mai 2015 im Rahmen eines Pilotprojekts eine erste Straßenleuchte aufgebaut, die über integrierte Bewegungs- ,Luftverschmutzungs-, sowie über Temperatur- und Akustiksensoren verfügt. Die Beleuchtungslösung, die T-Systems Hungary im November 2015 in Budapest installiert hat, ist zudem mit einer Ladestation für Elektroautos, einem WiFi-Router , einer Sicherheitskamera und einer Notruftaste ausgerüstet. Intelligente Straßenbeleuchtungen sind ein Modul innerhalb unseres „Smart City“-Ansatzes, der durch modern Kommunikationsinfrastrukturen zur nachhaltigen Entwicklung von Städten beiträgt.

Auch die Telekom Romania investiert in innovative Lösungen, die die Transformation von Städten in intelligente urbane Räume fördert. Seit 2015 implementiert das Unternehmen in einem Bezirk von Bucharest verschiedene Pilotprojekte im Bereich  intelligenter Parksysteme,  Straßenbeleuchtung, Videoüberwachung und WiFi-Systeme. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Pilotphase im Frühjahr 2016, ist eine Ausweitung der Aktivitäten auf weitere Stadtbezirke geplant. 

Ein Smart Home img kann seinen Bewohnern auf vielerlei Weise das Leben erleichtern: Es ermöglicht dem Nutzer, eine Vielzahl an Geräten der Haus- und Sicherheitstechnik bis hin zur Unterhaltungselektronik zu steuern und zu überwachen. Die Herausforderung hierbei: Kauft ein Nutzer eine Smart-Home-Lösung eines Anbieters, kann er bislang nur deren Funktionen und Geräte nutzen, nicht jedoch die von anderen Herstellern. Deshalb hat die Telekom zusammen mit führenden Unternehmen die offene, herstellerübergreifende Smart-Home-Plattform QIVICON etabliert, auf der jedes Unternehmen, egal welcher Branche und Größe, eigene Lösungen anbieten kann. Damit haben die Verbraucher die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote individuell zu kombinieren. Mehr als 40 Partnerunternehmen und Marken beteiligen sich bereits an der Plattform. Im Berichtszeitraum kamen unter anderen Assa Abloy, Bosch Junkers, DOM, und Logitech als neue Partner hinzu. Aus dem Bereich Energie sind zum Beispiel Smart-Home-Angebote des Ökostromanbieters ENTEGA seit Oktober 2015 für Endkunden verfügbar. Durch Lösungen wie intelligente Heizkörperthermostate können Nutzer ihre Energiekosten optimieren. Darüber hinaus gibt es weitere Angebote zu den Themen Sicherheit sowie Komfort und ein stetig wachsendes Spektrum an QIVICON-basierten Angeboten und kompatiblen Geräten unterschiedlicher Partner.

Komplettlösung für einfachen Einstieg in den Smart-Home-Markt
Unternehmen im In- und Ausland können die auf QIVICON basierende Smart-Home-Plattform und eine sogenannte White Label App img der Telekom als Komplettlösung nutzen. Die App können sie auf ihre Bedürfnisse anpassen und unter der eigenen Marke anbieten. Die österreichische eww Gruppe macht als erster internationaler Partner seit Sommer 2015 von diesem Angebot Gebrauch und bietet ihren Endkunden ein eigenes Smart-Home-Angebot an. Dies zeigt, wie Unternehmen mit einer kompletten Heimautomatisierungslösung für die Themen Energiemanagement, Sicherheit und Komfort leicht und schnell in den Markt einsteigen können. Die Telekom bietet neben dem Plattform-Hosting, Training und Customer Care (3rd Level) außerdem Hardware Sourcing an.

Wir unterstützten die Eclipse Foundation, eine der größten unabhängigen Open-Source-Communitys weltweit. Außerdem streben wir eine verstärkte Zusammenarbeit mit Open-Source-Projektpartnern und relevanten Gremien an, um Kompatibilität und Standardisierung zu fördern. Um Entwicklern die Erstellung eigener Anwendungen und die Steuerung von Geräten im Smart Home zu ermöglichen, wird die Telekom ihre Programmierschnittstellen für die Smart-Home-Plattform zukünftig schrittweise öffnen.

Die gesamte Kommunikation der QIVICON Home Base, die über das Internet mit Servern verbunden ist, ist verschlüsselt. Alle auf QIVICON bezogenen Nutzerdaten werden ausschließlich auf Servern der Deutschen Telekom in Deutschland gespeichert. Sämtliche Geräte der Marken, die über QIVICON gesteuert werden, verwenden bei der von ihnen genutzten Funktechnologie die neuesten Sicherheitsfunktionen.

Die Vernetzung von Gesundheitsdienstleistungen birgt viele Vorteile: Telemedizinische Assistenzsysteme helfen Patienten und Angehörigen im Alltag, erleichtern medizinischem Personal die Arbeit und senken Kosten. Die Telekom gestaltet in zahlreichen Pilotprojekten das digitale Gesundheitswesen mit. Ziel ist vor allem der schnelle und sichere Informationsaustausch zwischen Ärzten, Patienten und Krankenkassen:

Datenerfassung am Krankenbett
2015 hat die Deutsche Telekom im Gemeinschaftskrankenhaus Bonn ein digitales Informationssystem mit 200 iPad minis installiert. Rund 150 Ärzte und 450 Pflegekräfte arbeiten per Tablet mit Befunden, Diagnosen oder Röntgenaufnahmen. So haben sie jederzeit und überall im Krankenhaus Zugriff auf notwendige Informationen und Akten und können diese direkt am Patientenbett anpassen. Auch für die Patienten entstehen Vorteile: Die digitale Dokumentation ist genauer, es entstehen keine Fehler, weil die Handschrift des Kollegen schlecht lesbar ist. Die Ärzte können zudem mit dem Tablet online einen Arzneimitteltherapie-Sicherheitscheck durchführen, um Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Intelligenter Hausnotruf
Auf der Altenpflegemesse 2016 in Hannover haben wir einen neuen intelligenten Hausnotruf präsentiert. Das System arbeitet mit Sensoren, die in der Wohnung installiert werden und mit einer Software des Hausnotrufgeräts verbunden sind. Diese Software kann unterscheiden, ob sich eine Person etwa nur nach einem Gegenstand bückt oder ob sie stürzt und Hilfe benötigt. Erkennt die Software eine tatsächliche Notlage, benachrichtigt sie über ein sicheres Netz automatisch eine Hausnotrufzentrale, die rund um die Uhr besetzt ist. Über eine Freisprecheinrichtung nimmt die Zentrale Kontakt mit dem Hilfebedürftigen auf. Zusätzlich können die Helfer über ein Bild, das aus datenschutzrechtlichen Gründen grafisch verfremdet wird, einen Eindruck von der Situation vor Ort gewinnen.

Entertain for Hospitals: Unterhaltung und Informationen für Klinikpatienten
Mit Entertain for Hospitals können Krankenhäuser ihren Patienten ein umfassendes Spektrum an Unterhaltungsformaten und Informationen direkt am Krankenbett anbieten. Die Lösung funktioniert herstellerunabhängig und lässt sich in das jeweilige Krankenhausinformationssystem einbinden. So können Patienten für sie persönlich freigeschaltete Aufklärungsbögen ausfüllen, ihre Termine einsehen oder auch ihr Essen auswählen. Je nach Angebot können sie zudem zeitversetzt Fernsehen, Serien, Spielfilme und Dokumentationen abrufen, im Internet surfen, telefonieren oder Spiele nutzen. Ende 2015 waren in Deutschland bereits rund000 Betten mit Entertain for Hospitals ausgestattet.

Modellprojekt zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung
In Ostsachsen bauen wir eine offene, barrierefreie und interdisziplinäre IT-Plattform für die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf. Dabei kooperieren wir mit der Carus Consilium Sachsen GmbH, einer Tochter des Universitätsklinikums Dresden. Das Modellprojekt „CCS Telehealth Ostsachsen“ soll dazu beitragen, auch in ländlichen Regionen eine umfassende und wohnortnahe medizinische Versorgung der Patienten in ihrem vertrauten Wohnumfeld sicherzustellen. So ermöglicht die Plattform beispielsweise Herzpatienten, mithilfe ihres Tablets ihre Gesundheitswerte zur Kontrolle ans Dresdner Herzzentrum zu schicken. Die Daten werden von sogenannten Telenurses bearbeitet. Sie überwachen die Vitaldaten täglich und schalten im Zweifelsfall umgehend Ärzte ein.

2015 hat das Vorhaben nach zweijähriger Aufbauarbeit den Pilotbetrieb aufgenommen. Seit Juli 2015 laufen erste Beispielanwendungen wie die häusliche Betreuung von Herzinsuffizienzpatienten und die ambulante Schlaganfallnachsorge. Für den Aufbau von „CCS Telehealth Ostsachsen“ wurden unter anderem telemedizinische Arbeitsplätze eingerichtet, Tablets und IP-Telefone für Patienten angeschafft sowie hochleistungsfähige Server, Scanner und eine zentrale Datenbank installiert. Mit dem Ansatz hat das Projekt in Europa Modellcharakter. Die EU und der Freistaat Sachsen unterstützen das Projekt unter anderem deshalb mit knapp zehn Millionen Euro.

Im November 2015 schlossen OTE und CISCO die Umwandlung des Papageorgiou-Krankenhauses in Thessaloniki zu einer intelligenten digitalen Klinik erfolgreich ab. Mithilfe der innovativen Business-IT-Lösungen von COSMOTE und der eingesetzten Produkte von CISCO konnten die Krankenpflege verbessert, die Patientenzufriedenheit gesteigert, Betriebskosten gesenkt und die Produktivität erhöht werden. Durch die Installation drahtloser Systeme für Sprach- und Datenübertragung kann befugtes Personal mit Tablets oder Smartphones auf die Informationssysteme der Klinik zugreifen. Die W-LAN Infrastruktur von CISCO bietet alle für die Datenübertragung erforderlichen anspruchsvollen Sicherheits-, Qualitäts - und Leistungsmerkmale. Sie erleichtert nicht nur dem Personal die Arbeit, sondern ermöglicht auch Patienten und Besuchern Zugang zum Internet.

Die beiden Unternehmen installierten darüber hinaus eine neue IP-Telefonzentrale im Krankenhaus und integrierten sie in das bereits bestehende Netz. Mit dieser einheitlichen Infrastruktur für Internet-gestützte Datenübertragung und Telefonie wird auch die interne Kommunikation des Krankenhauses effektiver, weil die Mitarbeiter jetzt interne Gespräche auf ihren Smartphones entgegennehmen können. Gleichzeitig reduziert dies die Telekommunikationskosten erheblich. Darüber hinaus wurden wichtige medizinische Geräte mit RFID-Tags (Transpondern) versehen, die standortbasierten Diensten ermöglichen, den Standort bis auf einen Meter genau in Echtzeit festzustellen. Sie minimieren damit die Kosten für Verbrauchsmaterial und Kontrolle mobiler Geräte. Schließlich wurde an der Seite jedes Krankenbetts ein Touchscreen-Endgerät installiert, das Unterhaltungs-, Informations- und Hilfsdienste für Patienten und Besucher bietet und nützliche Funktionen für das Pflegepersonal sowie für Ärzte und die Krankenhausverwaltung bereitstellt.

Seit 2012 betreiben wir unter dem Namen hub:raum einen eigenen Start-up-Inkubator in Berlin. Bei hub:raum können Gründerteams ihre Geschäftsideen gewissermaßen in einem „Brutkasten“ weiterentwickeln und auf den Markt bringen. Erfahrene Unternehmensgründer stehen ihnen dabei als Mentoren zur Seite, zudem bieten wir ihnen Startfinanzierungen (Seed-Funding) in Höhe von maximal 300 000 Euro an.

Alle interessierten Start-ups können sich auf der hub:raum-Website um eine Aufnahme in das Programm bewerben. Im Jahr 2015 wurde in drei Start-ups investiert:

  • M2MGO, ein Webportal-Baukasten für das Internet der Dinge
  • Teraki entwickelt Software zur Selektion relevanter Daten für das Internet der Dinge
  • ciValue, erstes Investment in Israel, bietet Händlern eine Cloud-basierte Big-Data-Plattform zur Optimierung ihrer Kundenbindungsstrategie

Mit Blinkist, Stylemarks, Salonmeister, Reputami, Frestyl, Vigour.io, Contiamo, qLearning und Flexperto hat hub:raum nun insgesamt elf Unternehmensgründungen. Darüber hinaus bietet hub:raum ein kontinuierliches „Accelerator“-Programm an, das „ChallengeUp“. Dort können Gründerteams, deren Ideen zur Deutschen Telekom passen, diese zu finanzierbaren Geschäftsmodellen weiterentwickeln. Wir stellen ihnen kostenfrei die Infrastruktur des hub:raum-Campus und die wöchentlich erneuerten hub:raum-Programmangebote (z.B. Mentoren- und Expertensprechstunden, Workshops oder Events) zur Verfügung. Insgesamt haben bereits mehr als 160 Start-up-Teams dieses Angebot in Berlin und Krakau genutzt.

Ein neues Programm hat hub:raum 2015 ins Leben gerufen. Zusammen mit Intel, Cisco und dem hub:raum Krakau wurde der Internet-der-Dinge-Accelerator gelauncht. Dabei wurden zwölf europäischen Start-ups Mentoren aus dem M2M-Bereich zur Seite gestellt. Von Juli bis November 2015 sollten die Unternehmensgründer mit Unterstützung der Mentoren „Use Cases“ entwickeln. Dafür wurden die Teams eigens nach Krakau, Berlin, Dublin und London eingeflogen, um dort intensiv mit ihren Praxispartnern an den Fällen zu arbeiten. Ziel war es einerseits, die Start-ups mit dem Vertriebs- und Experten-Know-how der Konzerne zu unterstützen, aber auch neue Technologien für die Konzerne selbst durch Partnerschaften zu erschließen.

Bereits 2014 hat hub:raum mit den sogenannten Bootcamps ein neues, themengebundenes Eventformat ins Leben gerufen. Dort sollen Start-ups (wie beim „Booten“ eines Betriebssystems) „hochgefahren“, das heißt sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig wollen wir den Gründern die Telekom als Partner vorstellen und ihnen Investorenkontakte vermitteln. Hierzu laden wir Teams aus aller Welt ein, bei uns in Berlin beziehungsweise Bonn ihre Lösungen zu präsentieren. Im November 2015 fand das „Cloud Bootcamp“ in Berlin statt. Mehr als zwölf Start-ups nahmen daran teil und präsentierten ihre innovativsten Ideen und Lösungen.

Ich interessiere mich für das Engagement der Telekom im Bereich...