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Compliance.

  • 120 Vertreter aus 26 Ländern nehmen an 8. International Compliance Days teil.
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Das Geschäft der Telekom beruht auf den Prinzipien Integrität und Wertschätzung. Compliance, verstanden als die Rechtmäßigkeit des Unternehmenshandelns, ist daher von maßgebender Bedeutung für die Geschäftstätigkeit des Konzerns. Die Telekom bekennt sich klar zu ethischen Grundsätzen, die in den Guiding Principles und im Code of Conduct verankert sind.

Alle Aktivitäten im Rahmen des Compliance-Managements stehen im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften und dem Privacy Code of Conduct der Telekom, der den Umgang mit personenbezogenen Daten in der Deutschen Telekom Gruppe regelt.

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Compliance-Management zertifiziert.

Wesentliche Elemente des Compliance-Managementsystems sind

  • die Etablierung einer Compliance-Organisation in allen wesentlichen Konzerneinheiten,
  • die risikoorientierte Ableitung eines Compliance-Programms und dessen konsequente Umsetzung über Richtlinien, Schulungen, Beratungsangebote, Kommunikationsmaßnahmen,
  • die Implementierung von Compliance-Kontrollen und von Compliance Due Diligence sowie
  • die Sicherstellung einer geeigneten Reaktion auf Compliance-Verstöße.

Die Compliance-Organisation der Deutschen Telekom wurde im Hinblick auf die angemessene Umsetzung definierter Mindestanforderungen und Implementierungsvorgaben zum 31. Dezember 2010 durch unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zertifiziert. Eine Rezertifizierung ist bis 2013 geplant.

Verantwortung für Compliance-Organisation auf oberster Führungsebene verankert.

Die Verantwortung für das Compliance-Managementsystem ist bei der Telekom auf oberster Führungsebene angesiedelt: Der hohen Relevanz des Themas tragen wir mit dem im Jahr 2008 etablierten Vorstandsressort Datenschutz, Recht und Compliance Rechnung.

Konzernweite Strukturen ermöglichen bereits seit 2005 ein effizientes Management von Compliance. Die Compliance-Organisation besteht aus dem Chief Compliance Officer, dem Compliance Committee und einer zentralen sowie dezentralen Compliance-Organisation. Die zentrale Verantwortung trägt der Bereich Group Compliance Management (GCM). Er entwickelt konzernweite Standards, Instrumente und Prozesse, mit denen regelkonformes Verhalten im Unternehmen gestärkt werden soll.

Compliance Committee: Internes Beratergremium.
Im Compliance Committee sind Führungskräfte aus folgenden Bereichen vertreten:

  • Compliance
  • Recht
  • Datenschutz
  • Revision
  • Personal
  • Sicherheit

Das Compliance Committee unterstützt die Compliance-Organisation bei der Festlegung und Durchsetzung eines Compliance-Programms. Daneben dient es dem Erfahrungs- und Informationsaustausch der im Unternehmen mit Compliance-Themen befassten Bereiche.

Compliance Officer: Schlüsselrolle im Compliance-Management.
Der Chief Compliance Officer ist dem Konzernvorstand für das Ressort Datenschutz, Recht und Compliance unterstellt. Er bildet die Schlüsselposition für die Einrichtung sowie die dauerhafte Funktionsfähigkeit des Compliance-Managementsystems. Der Compliance Officer berichtet direkt an den Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance und hat in Abstimmung mit diesem das Recht, jederzeit Berichte an das gesamte Vorstandsgremium und den Prüfungsausschuss der Deutschen Telekom AG zu richten. Der Prüfungsausschuss hat entsprechend dem Deutschen Corporate Kodex auch die Aufgabe, sich mit Fragen der Compliance zu befassen.

Internationale Zusammenarbeit verbessert.

Unterschiedliche Rechtsprechungen und kulturelle Wertvorstellungen in den verschiedenen Ländern, in denen die Deutsche Telekom vertreten ist, stellen eine wesentliche Compliance-Herausforderung dar. Um der internationalen Ausrichtung des Konzerns noch besser gerecht zu werden, werden strategische Themen mit einem internationalen Compliance Advisory Team besprochen und eine gemeinschaftliche Vision entwickelt. Das Team gibt als „Trendsetter“ Impulse für die Gestaltung und Implementierung einer ausgewogenen Compliance im Deutschen Telekom Konzern.

Die konzernweite Zusammenarbeit fördern wir seit Jahren mit einem jährlichen Treffen von Vertretern aller Compliance-Organisationen der Landesgesellschaften, den „International Compliance Days“. Am 25. und 26. April 2012 erschienen rund 120 Vertreter aus 26 Ländern auf Einladung des zentralen Compliance-Bereichs in Bonn zur mittlerweile achten Veranstaltung dieser Art. Dort wurden neue Initiativen zur Förderung des Compliance-Managementsystems diskutiert. Die Teilnehmer berieten außerdem darüber, wie sich die Umsetzung der Regeln und Richtlinien des Systems in der alltäglichen Arbeitspraxis weiter verbessern lässt.

Um die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen, bereitet die Telekom für April 2013 ein weiteres Treffen der International Compliance Days in Bonn vor.

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Der Konzernvorstand und die Organe der Beteiligungsgesellschaften müssen eine angemessene Compliance-Organisation sicherstellen. Der Bereich Group Compliance Management (GCM) unterstützt die Organe der Gesellschaften bei der Sicherstellung von Compliance. Dazu dienen als rechtliche Basis sogenannte Intra Group Compliance Agreements, die als Vertrag zwischen dem Telekom Konzern und den direkten Beteiligungsgesellschaften die Rechte und Pflichten der Beteiligten definieren.

Compliance Richtlinien erneuert und implementiert.

Im Jahr 2011 wurden die Konzernrichtlinie zur Vermeidung von Korruption und sonstigen Interessenkonflikten (kurz Antikorruptionsrichtlinie) und die Konzernrichtlinie zur Annahme und Gewährung von Vorteilen (kurz Vorteilsrichtlinie) überarbeitet.

Die Antikorruptionsrichtlinie dient als Dachrichtlinie oder auch als Bindeglied zwischen den Grundsätzen des Code of Conduct und den Detailregelungen der konkretisierenden Richtlinien, die Vorteilsannahme und -gewährung, Sponsoring, Spenden, Zuwendungen im politischen Raum, den Umgang mit Beratern, das Insiderhandelsverbot und das Verbot wettbewerbsbeschränkender Absprachen regeln. Darüber hinaus definiert die Antikorruptionsrichtlinie Organisationspflichten und Maßnahmen zur Vermeidung von Korruption und sonstigen Interessenkonflikten. Die Vorteilsrichtlinie regelt den Umgang mit Geschenken, Bewirtung und Einladungen zu Events in Geschäftsbeziehungen.

Diese Richtlinien wurden konzernweit rechtswirksam und -verbindlich implementiert. 2012 wurden sie zunächst in allen deutschen Konzerneinheiten beschlossen und bekannt gemacht. International gestaltet sich der Prozess aufwendiger, weil wir zunächst prüfen müssen, ob die Richtlinien mit dem jeweiligen nationalen Recht vereinbar sind. 2012 haben dennoch fast alle internationalen Einheiten die Richtlinien implementiert. Im Jahr 2013 wird dieser Prozess abgeschlossen sein. Begleitet wird die Einführung durch Kommunikations- und Trainingskampagnen.

Mitarbeiterschulungen zur Stärkung von Compliance.

Im Berichtszeitraum veranstaltete die Telekom in Deutschland verschiedene Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme zur Vermittlung der wesentlichen Antikorruptionsthemen:

2012 absolvierten über 1 700 Führungs- und Fachkräfte in Deutschland – Vorstand, Top-Management und Mitarbeiter aus weiteren ausgewählten Bereichen – bedarfsgerechte Antikorruptionstrainings. In diesen auch 2013 fortgesetzten Präsenzveranstaltungen werden die wesentlichen Antikorruptionsregelungen vermittelt und in Fallbeispielen vertieft. Hierzu hat das Compliance-Team mit verschiedenen Bereichen im Vorfeld fachspezifische Case-Studies erarbeitet. Auf diese Weise werden die Trainings auf die spezifischen Erfordernisse des jeweiligen Bereichs zugeschnitten.

Mit dem E-Learning-Modul „Anti-Korruption“ richtet sich die Telekom an weitere Mitarbeitergruppen. Das E-Learning  soll ihnen insbesondere die Inhalte der Antikorruptions- und Vorteilsrichtlinie näherbringen und ihnen helfen, typische Korruptionsrisiken im Arbeitsalltag zu erkennen und sich richtig zu verhalten. Knapp 16 000 Mitarbeiter in Deutschland durchliefen diese risikogruppenspezifische Schulung im Zeitraum von September bis Dezember 2012. Das E-Learning  wird im Anschluss – mit den entsprechenden lokalen Anpassungen – auch in den internationalen Gesellschaften eingeführt. Die Präsenztrainings und E-Learnings sollen im Laufe des Jahres 2013 abgeschlossen werden.

Als fortlaufende Kampagne richtet sich darüber hinaus das E-Learning-Modul „Compliance – bewusst leben“ an alle Beschäftigten der Telekom in Deutschland. Es soll auch in Zukunft von allen neu hinzukommenden Mitarbeitern absolviert werden. Das Modul vermittelt die wichtigsten Compliance-Anforderungen und -Verhaltensweisen in Bezug auf unsere Leitlinien, unseren Code of Conduct, geltende Rechtsvorschriften und interne Richtlinien. Die Mitarbeiter erfahren, wo sie Compliance-Verstöße melden können und wo sie Hilfe bei Compliance-relevanten Fragen oder Fragen rund um den Code of Conduct erhalten.

Internetportale für Prävention und Beratung.

Ask me!
Zur Prävention von Compliance-Risiken haben wir 2008 das Portal „Ask me!“ eingerichtet. Mitarbeiter können darüber Compliance-relevante Fragen zum Beispiel zum Code of Conduct sowie zu Gesetzen und internen Richtlinien stellen. „Ask me!“ bietet zuverlässige Informationen, die die Beschäftigten in ihrer täglichen Arbeit umsetzen können.

Tell me!
Bei der Aufklärung von Verstößen gegen interne Richtlinien, Gesetze oder Verhaltensgrundsätze sind wir auf die Wachsamkeit unserer Beschäftigten, Geschäftspartner, Kunden und weiterer Stakeholder  angewiesen. „Tell me!“ ist ein auch für Externe zugängliches Portal, mit dem über E-Mail, Telefon oder per Fax Hinweise auf regelwidriges Verhalten gegeben werden können.

Ermittlungen wegen Korruptionsverdacht.

Für Korruption gilt in der Telekom das Null-Toleranz-Gebot. Verstöße werden konsequent verfolgt und aufgedeckt, um ein Maximum an Transparenz herzustellen.

Prüfung von Unregelmäßigkeiten im Sponsoring von T-Systems International.
Im Rahmen einer internen Untersuchung, die durch einen anonymen Hinweis ausgelöst worden war, hat sich der Verdacht ergeben, dass es in der Geschäftsbeziehung zwischen der T-Systems International GmbH und einem großen Automobilhersteller unter Verstoß gegen Compliance-Richtlinien Absprachen über die wechselseitige Verknüpfung eines Sponsoringengagements mit der künftigen Vergabe von Aufträgen über IT-Dienstleistungen gegeben hat. Aufgrund dieses Sachverhalts hat sich die T-Systems International GmbH mit sofortiger Wirkung von ihrem zuständigen Vertriebsleiter sowie einem externen Berater getrennt und den internen Untersuchungsbericht der zuständigen Staatsanwaltschaft zur weiteren Prüfung zugeleitet. Die Staatsanwaltschaft hat auf Grundlage des Untersuchungsberichts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, das durch Anklageerhebung beim Landgericht in Stuttgart beendet wurde. Das Landgericht hat im Zwischenverfahren weitere Beweiserhebungen durchgeführt und im März 2013 das Hauptverfahren eröffnet. Termine für die Hauptverhandlung sind noch nicht festgesetzt.

Wesentliche laufende Rechtsverfahren.

Die Deutsche Telekom ist Partei in mehreren gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Wettbewerbern sowie anderen Beteiligten. Von besonderer Bedeutung sind aus Sicht der Deutschen Telekom die im Geschäftsbericht 2012 aufgeführten Verfahren.

Achtung der Menschenrechte als gelebte Praxis.

Die Einhaltung der Menschenrechte ist im Selbstverständnis der Telekom verankert und in unserem Unternehmen weltweit gelebte Praxis. In unserem konzernweit gültigen Verhaltenskodex Code of Conduct legen wir unsere Anforderungen an ethisches Verhalten dar. Auch die im Jahr 2003 verabschiedete Sozialcharta  definiert konzernweit gültige Regeln zum Umgang mit Mitarbeitern und Zulieferern. Diese basieren auf den Prinzipien des Global Compact  der Vereinten Nationen sowie den Leitlinien der International Labor Organisation (ILO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development – OECD). Bei der Deutschen Telekom ist die Funktion Head of Group Relations Management für alle Anliegen mit Blick auf Menschenrechte verantwortlich. Diese Funktion gibt es in dieser Form seit Ende 2012.

Für den jährlich erscheinenden Sozialbericht („Social Performance Report“) der Telekom prüfen wir regelmäßig die Einhaltung der in der Sozialcharta  festgelegten Bestimmungen durch alle Konzerngesellschaften. Wir haben unsere jährliche Abfrage für den Bericht 2012 um zwei spezielle Fragen zur Einhaltung international anerkannter Menschenrechte ergänzt. Bei der Sichtung sämtlicher Rückmeldungen konnten keine Verstöße gegen die Sozialcharta  festgestellt werden.

Über Menschenrechtsfragen hinausgehend bekennen wir uns auf Basis unserer Sozialcharta  dazu, in allen unseren Märkten die geltenden Arbeitnehmerrechte einzuhalten, und erarbeiten zum Teil Maßstäbe, die über die jeweils geltende nationale Gesetzgebung hinausgehen. Mindeststandards für den Umgang mit unseren Mitarbeitern werden außerdem von der Diversity Policy der Telekom vorgegeben, mit der wir Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Alter, Behinderung, ethnischer Herkunft, religiöser Glaubensprägung und sexueller Orientierung unterbinden wollen.

Auch von unseren Zulieferern verlangen wir die Einhaltung der in unserer Sozialcharta  definierten ethischen, sozialen und ökologischen Standards und der grundsätzlichen Menschenrechte. Im Rahmen von regelmäßigen „Social Audits“ überprüfen wir, ob unsere strategischen Lieferanten, darunter auch besonders risikobehaftete Zulieferer, diesen Anforderungen gerecht werden.

Die Europäische Kommission bereitet derzeit Leitlinien vor, die für bestimmte Branchen den Umgang mit den Menschrechten regeln sollen und sich an den „UN Guiding Principles on Business and Human Rights“ orientieren. Im Rahmen eines Expertenkomitees wirkte die Deutsche Telekom an der Ausarbeitung dieser Leitlinien für die ICT-Branche mit und beteiligte sich im Dezember 2012 an der finalen Kommentierung des Entwurfs.